Portrait von Christoph Spätner, um 1660

Westdeutscher Rundfunk 2020
Ursendung: 13.04.2020 (WDR 3)

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Das Werk des Komponisten Heinrich Schütz (1585 – 1672) spannt einen Bogen von Renaissance zu Barock und ist geprägt vom Trauma des Dreißigjährigen Kriegs. Seine Karriere beginnt mit überbordenden venezianischen Madrigalen. Am Vorabend des Krieges komponiert Schütz in Dresden prunkvolle Musik für bis zu vier Chöre. Später schreibt er nur noch für einen Sopran mit Orgelpositiv, weil es keine Musiker mehr gibt. Sein reduziert-minimalistisches Spätwerk schließlich ist ein Wurf in die Moderne.
„Wir finden in dieser Musik zum einen das Unsagbare, das nur durch die Musik und nicht durch die Worte ausgedrückt werden kann“, sagt Hans-Christoph Rademann, Leiter des Dresdner Kammerchors. „Zum anderen: die sehr präzise Umsetzung der Worte.“ 10 Jahre lang hat Rademann das Gesamtwerk von Heinrich Schütz eingespielt und aufgeführt. „Man muss Heinrich Schütz hören lernen. Wer sich aber darauf einlässt, dem öffnet sich tatsächlich eine neue Welt.“

The work of the German composer Heinrich Schütz (1585 - 1672) spans an arc from Renaissance to Baroque and is marked by the trauma of the Thirty Years War. His career began with exuberant Venetian madrigals. On the eve of the war, Schütz composes magnificent music for up to four choirs in Dresden. Later he writes only for a soprano with organ-positive, because there are no musicians left. Finally, his minimalistic late work is pointing towards modernity.
"On the one hand, we find the unspeakable in this music, which can only be expressed through music and not through words," says Hans-Christoph Rademann, conductor of the Dresdner Kammerchor. "On the other hand: the very precise translation of the words into music." For 10 years Rademann recorded and performed the complete works of Heinrich Schütz with the Dresdner Kammerchor. "One must learn to listen to Heinrich Schütz. But if you do, a new world will open up for you."

Mit: Hans-Christoph Rademann, Dr. Oliver Geisler, Stefko Hanushevsky

Technische Realisation: Henning Schmitz
Regie: Janko Hanushevsky
Redaktion: Dorothea Runge
Produktion: Westdeutscher Rundfunk 2020

Länge: 54:03

2020-05-28