Actor Ueli Jäggi interpreting Gerhard Meier's monologue

Deutschlandfunk 2015
Ursendung: 14.02,2015, 20:05

HÖRSPIEL DES MONATS FEBRUAR

„ ‘Ob die Granatbäume blühen’ steht in seiner radikalen Einfachheit wie ein einsamer Solitär in der aktuellen Hörspiellandschaft” (Jurybegründung)

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„Die du wohnest in den Gärten, lass’ mich deine Stimme hören.“ Mit diesen Worten aus dem Hohelied beginnt der letzte Prosatext des Schweizer Schriftstellers Gerhard Meier (1917 – 2008). Sechs Jahrzehnte lebte der Schriftsteller zusammen mit seiner Frau Dorli zurückgezogen im Haus seiner Kindheit in jenem Dorf am Südfuß des Jura, das zum poetischen Bezirk Amrain seiner Romane wurde.
Dorli war sein Lebensmensch. Nach ihrem Tod blieb der 80-jährige Meier alleine zurück in dem Haus mit Blick über Dorlis Garten zum Jura hin.
In seinem innigen Monolog setzt er das Gespräch mit Dorli über ihren Tod hinaus fort. „Und ich fragte mich, ob man am Ende lebe, um sich erinnern zu können.“

“O you who sit in the gardens, Let me hear you voice!” These lines from The Song of Solomon are opening lines of Gerhard Meier’s (1917-2008) last text. For six decades the Swiss writer lived together with his wife Dorli in the Swiss village close to the Southern foothills of the Jura that in his novels became his poetic district “Amrain”. Dorli was his partner for life.When she died she left Gerhard Meier, then in his eighties, behind, in their house overlooking Dorli’s blooming garden. In this intimate monologue the poet continues his life-long conversation with Dorli beyond her death. “And I asked myself”, Meier writes, “if in the end life’s purpose is to remember.”

Regie: Janko Hanushevsky
Komposition: Merzouga
Mit: Ueli Jäggi
Klavier: Philip Zoubek
Dramaturgie: Sabine Küchler
Produktion: DLF 2015

Länge: ca. 70’00

2020-05-16