Klaus & Martin Merz in the 1950ies

Deutschlandfunk/Rundfunk Berlin Brandenburg 2017

Ursendung: 20.01.2017 (49′ Version DLF), 22.01.2017 (54′ Version RBB)

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„Ich träume immer noch von ihm, bis heute. Und ich glaube, die Träume sind immer noch unterwegs ihn auszuloten.“ Klaus Merz, preisgekrönter Lyriker und Prosaautor, blickt aus seinem Wohnzimmerfenster über das schweizerische Wynental. Vor Kurzem ist er 70 geworden. Und der, den er in seinen Träumen noch immer auszuloten versucht, ist sein jüngerer Bruder Martin, der im Alter von 33 Jahren gestorben ist. Hydrozephalus lautet die Diagnose bei der Geburt. Zuhause lernt Martin lesen und schreiben. Als Klaus, bereits ein junger Dichter, zum Militärdienst einberufen wird, beginnt Martin, Gedichte zu schreiben. Am heimischen Esstisch liest Klaus Merz aus dem Gedichtband des Bruders vor. Erzählt vom Leben als Aussenseiter im Dorf und vom Zusammenhalt in der Familie. Erinnert sich an diese besondere Brüderbeziehung und meditiert über seine Identität als weitgereister Dörfler, dessen kraftvolle Sprachbilder Menschen auf der ganzen Welt bewegen.

"I still dream of him, to this day. And I think in my dreams I am still trying to figure him out." Klaus Merz, award-winning poet and prose writer, looks out his living room window over the Swiss Wynental. He recently turned 70. And the one he still tries to figure out is his younger brother Martin, who died at the age of 33. He is diagnosed with Hydrocephalus at his birth. At home, Martin learns to read and write. When Klaus, already a young poet, is called up for military service, Martin starts to write poems. At the family table, Klaus Merz reads from his brother's collected poems. He tells about life as an outsider in the village and about the warmth and solidarity within the family. He remembers his special relationship with his brother and meditates on his identity as a much-travelled villager whose powerful language moves people all over the world.

Mit Klaus Merz (O-Ton), Felix von Manteuffel und Stefko Hanushevsky
Regie & Komposition: Merzouga
Redaktion: Ulrike Bajohr
Produktion: Deutschlandfunk/Rundfunk Berlin Brandenburg 2017

Länge: 52:46

2020-05-21