Bohdan Hanushevsky singing at the freight terminal

Deutschlandradio Kultur 2012
Ursendung: 21.09.2012 (DKultur)

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Heimat hat einen Klang: Das Volkslied zelebriert die Verbundenheit von Menschen und Orten mit besonderer Wirkungsmacht. Im Zeitalter der Globalisierung ist die Sehnsucht nach akustischen Wurzeln besonders groß – und sie führt zwischen Musikantenstadl und Weltmusik ins Absurde. „Heimat ist Utopie“, sagt Bernhard Schlink. „Am intensivsten wird sie erlebt, wenn man weg ist und sie einem fehlt; das eigentliche Heimatgefühl ist das Heimweh.“

Das Duo Merzouga lässt ein altes ukrainisches Volkslied durch die Münder moderner Musiknomaden wandern. Sie inszenieren Field-Recordings in Containerhäfen und Güterbahnhöfen. Sie zerlegen die Weise elektronisch in ihre Bestandteile und fügen sie neu zusammen. Am Ende steht das Substrat einer Sehnsucht.

„Heimat“-HOME has got a sound: The folk-song is the oldest acoustic expression of celebrating the connection of people and places. Globalization is a powerful enhancer of people’s longing for their acoustic roots. Yet we have lost the language for expressing it. “Heimat is utopia“, says Bernhard Schlink. “The further you are away from it, and the more you miss it, the stronger your experience of it will be; Homesickness is the real Sense of Home.”

The duo Merzouga take old Ukrainian folk-songs and put them in the mouth of a modern musical nomad. They stage “Inszenierte Field-Recordings”in container harbors and freight terminals. They deconstruct the old songs and extract their musical structures to reconstruct new music from them. At the end they create the acoustic substrate of longing.

Mit den Stimmen von Bohdan Hanushevsky und Bettina Wenzel
Komposition und Realisation: Janko Hanushevsky und Eva Pöpplein
Redaktion: Marcus Gammel
Produktion: Deutschlandradio Kultur 2012

Länge: 51:20

2020-05-10