[über das stück]
 
SANFT UND GRAUSAM

Pressestimmen
Ich habe die Welt für dich gesäubert
Von Bettina Fraschke

" (...) Für das Kasseler Staatstheater inszeniert der 32-jährige Martin Schulze in der documenta-Halle. Er lässt an der Kopfseite der Halle die leicht gekippte Bühne ganz leer, das weiße Rechteck treibt wie eine Insel im Raum und ist nur über einen schmalen Steg in die Tiefen des Hintergrunds mit der Außenwelt verbunden. Über die hintere Wand wandert ein Lichtstreifen von links nach rechts, pausenlos, erzeugt ein Gefühl von Überwachung, von Niemals-wirklich-unter-sich-sein. Alle Ereignisse spielen sich außen ab, werden durch Boten ins Haus getragen, spiegeln sich in den Reaktionen dieser Innenwelt. Diese Dramenstruktur nutzt Schulze, um die Konflikte universell zu machen. Es geht ihm nicht um eine Kritik an Armeeeinsätzen zur Terrorbekämpfung. Er sieht im modernen Setting das Universelle, sieht damit in Crimp wieder Sophokles.

 

 


(...) Wir können besser leben, wenn wir uns in unserer Ignoranz verschanzen wie auf einer Insel, wenn wir an unsere Liebesgeschichte glauben, anstatt (ein-) zu sehen, dass der Partner sich abgewendet hat. Martin Schulze zeigt diese Mechanismen und sagt den Zuschauern damit unmittelbar etwas über sie selbst.(...) Viel Beifall zur Premiere".

Sanft und Grausam, HNA, 8.5.06,
Staatstheater Kassel

Inszenierung: Martin Schulze
Bühnenbild: Jürgen Lancier
Kostüme: Ulrike Obermüller
Musik: Janko Hanushevsky, Eva Pöpplein
Licht: Oskar Bosman
Dramarurgie: Horst Busch
[zurück]